Lars Mytting

„Der Mann un das Holz“
-Vom Fällen, Hacken und Feuermachen

Insel-Verlag Berlin 2014, 222 Seiten, viele Bilder und Zeichnungen, € 18.—

Das Buch war für mich eine Zeitmaschine und hat mich 50, 60 Jahre zurück in meine Jugend versetzt.

Fast alles was in diesem Buch steht, haben wir damals gewusst und gemacht, auch ohne Physik-Studium. Es handelt vom Holz als Energiequelle. Lars Mytting ist Norweger und in seiner Heimat, insbesondere in den ländlichen Gebieten, ist heizen und kochen mit Holz noch weit verbreitet, also eine normale Energiequelle.

Das Buch beschreibt den Weg vom Wald, z.B. wie viel Fläche mit welchen Bäumen für eine Familie als Heizung ausreicht, wann und wie das Holz gefällt, getrocknet und gestapelt wird. Gerade die Kunst des Holzstapels nimmt einen breiten Raum des Buches ein. Der Unterschied zwischen feuchtem und trockenem Holz, zwischen den verschiedenen Baumarten wird deutlich. Es gibt viele gute Tipps zum richtigen Feuer, um Holz möglichst effizient zu verbrennen, ebenso Tipps für den richtigen Ofen oder Küchenherd.

Bei der Lektüre dachte ich oft, dies mag ja für Norwegen aktuell sein, aber bei uns ist wohl nur noch Nostalgie. Dann habe ich aber mal im Internet nach Holzöfen und Küchenherden gesucht und eine unübersehbare Anzahlt der verschiedensten Typen gefunden. Bei einem derartig breiten Angebot muss es auch viele Käufer geben, die offenbar auch hier wieder das Holz als Heizmaterial entdecken. Ist dies nun Nostalgie oder Klimaschutz?

Leider richtet sich der Titel des Buches nur an Männer.  Frauen kommen im Buch auch wenig vor, obwohl doch das Thema „kochen“ und „heizen“ auch viele Frauen interessieren wird.

Lars Mytting schreibt locker, interessant und informativ, es ist so richtig ein Buch für kalte Winterabende.

Jürgen Rosemund

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