Kai-Uwe Denker

„Entlang des Jägers Pfad“

Gedanken und Erlebnisse eines Berufsjägers
Nach des Jägers Herzen, Namibias letzte vergessene Ecke, Die Seele des Jägers

Opportunity Communications Namibia (Pty) LTD, 2006, ISBN 9991650415, 2. überarbeitete Auflage, 506 Seiten, etwa 350 Farbabbildungen, diverse Zeichnungen, Leinen mit Umschlag, Preis 95€

 Zwischen zwei Buchdeckeln eine magisch anziehende und gleichsam vertraute Welt – ein großes Glück! Dabei einem Menschen, noch dazu einem Jäger zu begegnen, der bewundernswerte Kompetenz vermittelt und dabei ehrlich, selbstkritisch, wohltuend bescheiden und einfühlsam rücksichtsvoll erscheint, ist ein besonderes Glück.

Kai-Uwe Denker malt seine Jagderlebnisse in Worten. Vom ersten Satz an wird der Leser in die spröde Schönheit der namibischen Landschaft entführt. Lesen wird bei diesem Buch zum gefährlichen Sog. Völlig anders als die meisten, die über Jagen unter dem Kreuz des Südens schreiben, berichtet er auf Augenhöhe von seinen Jagden und nicht von oben herunter, sei es bei der Jagd auf Antilopen oder auf gefährliches Großwild. Für ihn ist Wild sein Gegenüber. Geht er Wild an, jagt er konsequent. Bedingungslos. Unerbittlich. Trifft er zufällig auf Löwe, Leopard, Elefant oder Büffel, wenn es ihnen gerade nicht gilt, zieht er sich fast kleinlaut zurück und meidet jegliche Konfrontation. Stets wird Respekt und die Liebe zu „seinem“ Wild deutlich. Ohne Scheu spricht er unsere Zerrissenheit als Jäger an, wenn wir das Anmutige, Vollendete, so unendlich Begehrte erlegen. Da sind auch Tränen der aufrichtigen Trauer am Platz und bedürfen keiner Rechtfertigung, denn so ist es einfach. Ebenso zieht er aber auch gegen Gegner der Jagd, Anfeindungen, dumme Unkenntnis oder offensichtliche Gewinnsucht und das „Vermarkten“ von Wildtieren zu Felde. Dabei ist er schonungslos offen und bisweilen unbarmherzig – wie auch bei seiner Selbstkritik. Das ist so gewinnend an diesem Menschen und seinem Buch.

Kai-Uwe Denker ist einer von uns: Die verstehende und verantwortliche Liebe zum Tier, zum Wildtier, die Fürsorge für das Bewahren seiner Lebensräume und einer Welt, der wir Menschen schicksalhaft wie Antaios verbunden sind, charakterisieren dieses einmalige Buch in seinen packenden und mitreißend geschriebenen Berichten. Lebte Kai-Uwe Denker in Europa, wäre er einer von uns Ordensbrüdern. Dessen bin ich mir sicher.
Georg Eckel

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