Matthias Schickhofer

Urwald in Österreich – Die letzen wilden Waldparadiese
Verlag Brandstätter, Wien, 2013, 144 Seiten, viele Bilder, € 29.90

 Dies ist ein wunderschöner Bildband über Urwälder in Österreich. Man glaubt es kaum, aber es gibt in Österreich noch Wälder, welche die seit der letzten Eiszeit die Hand des Menschen nicht gespürt haben.

Gleich am Anfang des Buches stehen Worte, die ich zitieren will, da sich der Sinn und Inhalt durch das ganze Buch zieht:

„Die wilden Wälder stehen für (märchenhafte) Heimat und Bedrohung gleichzeitig. Sie bieten Zuflucht und lauernde Gefahr, sind Paradies und manchmal auch die reinste (Dschungel-)Hölle. Oder um es anders zu sagen: Aus dem enormen Publikumserfolg von Fantasygeschichten wie „Avatar“(James Camerons Filmmärchen am Waldplanet „Pandora“) oder „Herr der Ringe“ (die Zauberwälder Lothlorien und Fangorn) spricht wohl letztlich auch unsere Sehn nach dieser untergegangenen Welt – unsere Sehnsucht nach dem Urwald und seiner (magischen) Rätselhaftigkeit, nach seinem Arten- und Formenreichtum, seiner Monumentalität und abenteuerlichen Gefährlichkeit. Doch die „Fantasywälder“ gibt es nicht nur in der Literatur oder im Film. Es gibt sie wirklich. Auch in Österreich.“

Die vielen Bilder von Matthias Schickhofer sind wirklich zauberhaft, man kann sie kaum beschreiben, man muss sie sehen.

Es gibt aber nicht nur Bilder in dem Buch, sondern auch viel Wissenswertes rund um die Wälder, so z.B. intensiv über das „Wildnisgebiet Dürrenstein“ mit dem „Rothwald“.

Auch ganz praktische Hinweise fehlen nicht, wo und wie man diese wilden Wälder erleben kann. So ist neben dem ästhetischem, auch der praktische Nutzen gewährleistet.

Eine Bibliographie mit vielen Büchern zum Thema Urwald und eine Liste interessanter Internet – Adressen ergänzt die Informationen.

 Insgesamt verbindet das Buch die Schönheit von Bildern mit vielen Informationen, es war für mich ein hoher Genuss, die Bilder anzusehen und die Texte zu lesen. Leider ist der spontan aufkommende Wunsch, diese Wälder zu erwandern, wohl kaum mehr erfüllbar.
Jürgen Rosemund

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