Elli H. Radinger

Wolfsangriffe – Fakt oder Fiktion?

124 Seiten, ISBN 13-978-1478199397. Eigenverlag by Elli H. Radinger, Wetzlar. 2013. Preis € 9.99

In den letzten Jahren haben Wölfe das verloren gegangene Territorium in Mitteleuropa wieder zunehmend zurückerobert und die Populationen steigen an. Dies freut den Naturfreund, der den Wolf als ein wichtiges Stellglied im Naturhaushalt begrüßt, es führt auch zu Spannungen zwischen Wolfsbefürwortern und Gegnern. Und es zeigt sich, dass jahrhundertealte überkommene Antipathien gegen den Wolf wieder hochkommen und dass Mythen und Märchen, die vom „bösen Wolf“ berichten, noch in vielen Köpfen spucken. Natürlich nimmt der Wolf seine Rolle als großes Raubtier auch wahr  und  übt dank seiner Größe und seiner Jagdstrategien einen Einfluss auf Haus-und Nutztiere aus, was ihm in Teilen der Bevölkerung bereits ein schlechtes Image beschert. Trotz zahlreicher intensiver Untersuchungen über das Zusammenleben der Wölfe untereinander und mit anderen Bewohnern ihres Lebensraumes halten sich hartnäckig Animositäten gegenüber dem Wolf, insbesondere was sein Verhältnis gegenüber dem Menschen angeht – das Buch nennt es das Rotkäppchen-Syndrom. Wie dem zu begegnen ist, hat sich die Autorin, eine ausgewiesene Wolfskennerin, zur Aufgabe gemacht. Sie analysiert besonders das Verhältnis Mensch/Wolf, berichtet über tatsächliche oder vermeintliche Wolfsangriffe auf Menschen in Geschichte und Gegenwart, spricht auch über deren schwierige Beurteilung. Sie berichtet nüchtern über das Verhältnis des Wolfes zu unseren Nutztieren und gibt Tipps für den Schutz dieser Nutztiere. Sie berichtet aber auch über die Gefahren, denen der Wolf in unserer Kulturlandschaft begegnet, über mögliche Krankheiten, über Hybride. Nicht nur für Wolfsfreunde, sondern gerade für diejenigen, die dem Wolf heute skeptisch gegenüber stehen, ist dieses Büchlein empfehlenswert.

Klaus Büttner  

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