Eckhard Fuhr

„Jagdlust“

-Warum es schön, gut und vernünftig ist, auf die Pirsch zu gehen-

Quadriga-Verlag, Berlin 2012,  189 Seiten, 10 Aquarelle, € 18.—

Eckhard Fuhr, Journalist und Jäger, legt hier eine Beschreibung der aktuellen Situation der Jagd in Deutschland vor.

Als Kulturjournalist der „Welt“ hat er einen umfassenden Blick auf die gesamte Gesellschaft und vermeidet daher einen Tunnelblick auf die Jagd. Als Jäger hat der einen Begehungsschein der Großstadt Berlin und ist auf Schwarz- und Rehwild unterwegs und ist außerdem jahrzehntelanger Mitpächter eines landwirtschaftlich intensiv genutzten Reviers in der Rheinaue Südhessens und damit sozusagen an den Brennpunkten jagdlichen Geschehens.

In seinem Buch geht er offen und durchaus auch kritisch auf die gegenwärtige Jagd ein und beschreibt eine aus seiner Sicht sehr positive Zukunft der Jagd.

Im hochindustriealiserten und dicht bebauten  Deutschland gibt es gegenwärtig soviel Wild, insbesondere Schalenwild, wie noch nie vorher in der Geschichte. Die Jagdstrecken erreichen ein Vielfaches der früheren, „idyllischen“ Zeiten. Also ist Jagd notwendig, muss aber richtig betrieben werden, damit sie gesellschaftlich akzeptiert und unterstützt wird.

Für diese richtige Jagd liefert Eckhard Fuhr viele, gut verständliche Beispiele.

Im Klappentext des Buches heißt es: „Bläst man die ideologischen Schwaden weg, mit denen die Jagd sich gern selber umgibt, wird sie als faszinierendes Handwerk erkennbar, dass als Teil der Land- und Forstwirtschaft heute sinnvoller und nötiger ist denn je.“

Das Buch ist flüssig und gut lesbar geschrieben. Fuhr vermeidet Spezialausdrücke bzw. wenn er sie verwendet werden sie erklärt, daher können auch Nichtjäger viele neue Erkenntnisse gewinnen.

Nach vielen Unkenrufen über das Ende der Jagd, beschreibt Fuhr eine positive Zukunft und macht viel Hoffnung. Für mich ist das Buch eine Art Leitfaden zukünftiger Jagd.

Jürgen Rosemund

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