Der Naturschutzbund Vorarlberg führt in Zusammenarbeit mit den örtlichen Jägern ein Wiesenbrüterprogramm im Rheindelta durch. Seit vielen Jahren wird die Entwicklung der Wiesenbrüter, wie Kiebitz, Großer Brachvogel, Bekassine, beobachtet und durch entsprechende Pflegemassnahmen gefördert.

Das Auer Ried und die angrenzende Biotopflächen befinden sich in einem landwirtschaftlich genutzten Gebiet, zwischen den Verkehrsachsen mit Autobahnen, Bundesstrassen, Bahntrassen von Österreich und der Schweiz. Dazu kommt dann noch der kanalisierte Rhein.
Das Gebiet liegt im Hoheitsgebiet Österreichs, ist aber Eigentum einer Schweizer Agrar-Eigentümergesellschaft- Die Agrar-Eigentümergesellschaft steht den Naturschutzaktivitäten sehr positiv gegenüber und hat immer ein offenes Ohr für Massnahmen.

Ein wichtiger Teil der Massnahmen war die Anlage einer ca. 2 ha großen Insel im Auer Ried (s. Luftbild). Diese Insel bietet ungestörte Brutplätze und schützt vor Raubsäugern. Die Insel muss aber regelmäßig gemäht werden, damit die Vögel auch brüten können. Dazu ist eine mobile Brücke über den Graben notwendig, damit man die Geräte zum Mähen auf die Insel schaffen kann. Dies verursacht natürlich erhebliche Kosten, die nun für ein Jahr durch die Förderung unserer Stiftung finanziert werden.

Die Maßnahmen waren in der Regel erfolgreich, die Anzahl der Brutpaare von Kiebitz steigt, die Population des Großen Brachvogel ist stabil und die Bekassine brütet wieder. Eine wichtige Aufgabe für die Jäger ist die Jagd auf Fuchs, Wiesel etc. Langjährige Untersuchungen, u.a. mit Fotofallen, haben gezeigt, dass der größte Anteil der Gelegeverluste durch Raubsäuger erfolgt.

Ein kurze, 45minütige Autofahrt mit dem zuständigen Jagdpächter Herrn Hellmaier durch das Gebiet zeigte viel Leben: Kiebitze, Hasen, Weisstorch, Graureiher, Fasanenhahn, Roter Milan, Rehbock, abgesehen von vielen Kleinvögeln und den zu hörenden Fröschen. Es ist erstaunlich, wie reichhaltig und sichtbar die Tierwelt in diesem dicht besiedelten Raum ist.

Die Zusammenarbeit von Naturschützern und Jägern trägt hier reiche Früchte.

Auf dem Landeskonvent der Landesgruppe Österreich des Ordens „Der Silberne Bruch“, am 04.06.2016 überreichte der Landesobmann Deutschland, Dr. Harald Kilias in Vertretung des Vorsitzenden der Stiftung Wald, Wild und Flur in Europa Ulrich Prill den Förderbescheid über € 1.000.— an Frau Bianca Burtscher, Geschäftsführerin des Naturschutzbundes Vorarlberg.

Jürgen Rosemund

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