Juli 2016.

„Der Silberne Bruch“ – Was ist dies?

Der Walenstadter Bruno Röthlisberger ist passionierter Jäger und Ordensoberst der in der Oeffentlichkeit kaum bekannten Vereinigung „Der Silberne Bruch“. Der „Sarganserländer“ wollte darüber mehr wissen. Guido Städler sprach mit Bruno Röthlisberger.

Die Jagd ist in der Region Sarganserland-Walensee ein starkes, ja emotionales Thema. Die Bevölkerung kennt einzelne Jäger und Jägerinnen und allenfalls den Jägerverein Sarganserland oder die kantonale Rotwild-Hegeschau in Walenstadt. Im Herbst lässt man sich ausserdem gerne mit Wildspezialitäten kulinarisch verwöhnen. Aber „Der Silberne Bruch“?

„Jagen – Töten aus vernüftigem Grund“ steht in einer Überschrift. Lässt sich dies kurz erklären?

Alljährlich bearbeitet der Silberne Bruch an einem zweitägigen Work Shop ein vom Ordensoberst vorgegebenes Thema. 2015 wurde das Thema „Jagen- Töten aus vernünftigem Grund „ behandelt. Die Tierschutzgesetze verlangen einen vernünftigen Grund zum Töten von Lebewesen. In der Broschüre wird diese Forderung mit einem Argumentarium behandelt, untersucht und positiv beantwortet.

Was sind Zweck und Ziele der Organisation?

Der Silberne Bruch ist ein internationaler Jagdorden mit dem Ziel: Schutz von Wald , Wild und Flur und zur Förderung von weidgerechtem Jagen.

„Silberner Bruch“ – ein ungewöhnlicher Name – nennt sich Orden bzw die Mitglieder sind Ordensbrüder. Warum?

Der „Bruch“ ist ein Zeichen des Jägers . dass den Respekt vor dem erlegten Wild ausdrückt. Silber steht für dauerhafte Bindung an die Ordensziele Die Aufnahme in den Orden ist relativ langwierig und dauert mindestens 1 ½ Jahre So soll der Zusammenhalt der brüderlichen Gemeinschaft besser gewährleistet werden..

Wie wird man Präsident oder konkreter Ordensoberst? Hat es sogar einen militärischen Bezug? Ihre Motivation für dieses Ehrenamt?

Als Ordensoberst wird man von den Ordensbrüdern am jährlichen Ordenskonvent für drei Jahre gewählt. Der Titel „Ordensoberst“ hat keinen militärischen Bezug . Nach mehr als zwanzig Jahren im Orden möchte ich als deren Oberhaupt den Orden vermehrt als handelnder Orden festigen und zum Beispiel mit der obgenannten Broschüre in der Oeffentlichkeit bekannter machen.

Ein Blick in die Liste der Ordensbrüder zeigt Internationalität. Gibt es auch Ordensschwestern? Welche Kriterien gelten für eine Aufnahme? Was unterscheidet einen Ordensbruder von einem „gewöhnlichen“ Jäger?

Der „Silberne Bruch“ ist ein Männerorden, es gibt keine „Ordensschwestern“. Jeder Mann kann aufgenommen werden, wenn er die Ordensziele aktiv als Handelnder Jäger oder Naturschützer verfolgt und sich in in die Gemeinschaft der Ordensbrüder einfügt. Der Ordensbruder muss bei der Aufnahme ein persönliches Gelöbnis am Ordenskonvent vor allen Ordensbrüdern ablegen, dass er dem Auftrag des Ordens dienen wird.

Mich interessieren die Aktivitäten in der Natur sowie im Print- und Digitalbereich:

Es gibt die Homepage www.silbernerbruch.org. Das Zentrale Mitteilungsblatt für Ordensbrüder erscheint 4x jährlich. Ausserdem gibt es die Broschüren „Lebensraum Wald“, „Die Sache mit dem Wolf“ und „Jagen-Töten aus vernünftigem Grund“. Zudem unterstützen wir jährlich verschiedenste Naturschutz- oder Pflanzenschutz- oder Tierschutzprojekte für wildlebende Tiere. Im Alltag und in der Natur ist jeder Ordensbruder auf der Jagd, in Jagd- oder Naturschutzorganisationen als handelnder Ordensbruder aktiv.

Welches sind die Erfolge und die Anerkennung?

Erfolge werden nicht herausgestellt und sind daher wenig sichtbar. Ordensbrüder suchen nicht Anerkennung , sondern den Dienst an der Natur.

Wie sehen die Kontakte zu Jäger und Jägerinnen, zu Jagdverbänden und Behörden aus? Können die Ziele über die Landesgrenzen hinweg problemlos erreicht werden?

Die meisten Ordensbrüder sind selbst Jäger und haben daher automatisch Kontakt zu anderen Jägerinnen und Jägern, ebenso zu den Jagd- und Naturschutzverbänden. Landesgrenzen hindern bei der Verfolgung unserer Ziele nicht. Gerade die gegenseitige Informationen und Hilfeleistungen über die Landesgrenzen hinweg, sind ein wesentliches Merkmal unseres Ordens.

Das Präsidium befindet sich in Walenstadt/Schweiz, das Sekretariat in Berlin/Deutschland. Dies funktioniert bestens?

Ja, mit den heutigen Kommunikationsmitteln ist das kein Problem.

Treffen sich die Ordensbrüder an internationalen sowie getrennt an Länderanlässen?

Es gibt einen obligatorischen „Ordenskonvent mit Hubertusfeier“ für alle Ordensbrüder und „Landeskonvente“ in den jeweiligen Landesgruppen. Dazu kommen noch die „Bereichs- respektive Regionaltreffen“ in den einzelnen Ländern. Diese Treffen sind für alle Ordensbrüder Pflicht. Weitere Anlässe sind „Tage des Gesprächs“ (A oder D), „Ordenstage im Norden“ (D), „Ordenstage im Süden“ (A), die „Sargansertagung“ (CH) und die „Schweisshundeprüfung“ (CH).

„Wir sind qualifizierte Spezialisten“ ist ein weiterer Slogan. Ist dies eine Antwort auf Strömungen aus einem nicht jagdgeprägten Umfeld?

Der Begriff bezieht sich auf die umfangreiche Ausbildung und die Erfahrung der einzelnen Ordensbrüder im Umgang mit der Natur. Er soll deutlich machen, dass wir konkrete Kenntnisse der Natur mitbringen und diese auch zum Ausdruck bringen wollen.

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