Herausgegeben von Ursula Breymayer und Bernd Ulrich für das

Deutsche Historische Museum Berlin
Sandstein-Verlag Dresden, 2011,  broschiert, 320 Seiten, viele Bilder,
€ 25,–

Vom November 2011 bis zum März 2012 wurde im Deutschen Historischen Museum Berlin die ausgezeichnete Ausstellung „Unter Bäumen – Die Deutschen und der Wald“ gezeigt. Die Laufzeit der Ausstellung war ziemlich kurz und sie wurde leider auch aufgelöst.

Erfreulicherweise gibt es einen Ausstellungsband, den ich hier besprechen will.

Der Wald und die Deutschen – eine besondere Beziehung! Für uns Deutsche ist der Wald nicht nur Forstwirtschaft und Erholungsland, sondern er hat darüber hinaus starke symbolische und märchengleiche Ausstrahlungskraft. Dieser Mythos Wald wird in dem Buch von vielen Fachleuten beleuchtet,
Die Informationen sind breit gefächert: Von deutscher Forstwissenschaft bis zur Waldromantik, vom Waldeigentum bis zur Malerei und Grafik. Vom Einfluss deutscher Auswanderer auf das amerikanische Waldverständnis bis zum Wald als Bühne der Macht spannt sich der Bogen. Die Fülle ist überwältigend.

Natürlich kommen auch Malerei, Graphik, Foto, Musik und Märchen nicht zu kurz. Man liest ein Informationsblatt von 1938 zum Thema Wald und stellt fest, dass dieses heute noch gilt. Oder beim Programm einer Hofjagdreise per Eisenbahn im Jahr 1878 von Berlin nach Letzlingen sieht man verwundert, dass es heute kaum schneller geht.

Werbeplakate von Tourismusregionen der 1920iger Jahre laden zum Wandern im Wald ein, oft ansprechender als heutige. Kurzporträts der wichtigsten historischen Waldwissenschaftlicher und Hinweise auf Filme wie „Der Förster im Silberwald“ oder „Grün ist die Heide“ zeigen die Bandbreite des Buches.
Das ganze Spektrum des Buches ist kaum zu beschreiben. Obwohl ich mich seit vielen Jahren mit dem Thema beschäftige, habe ich vieles dazu gelernt.
Für € 25.— ist das Buch ein echtes Schnäppchen und unbedingt zu empfehlen.
Jürgen Rosemund

 

 

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